WM2018 - Fußball- & Kaffeekultur
Kaffeewissen

WM2018 – Fussball-& Kaffeekultur

WM2018: Fußball- & Kaffeekultur

Endlich ist es wieder soweit. Die Fußball WM2018 in Russland hat begonnen und die nächsten vier Wochen heißt es wieder mitfiebern und anfeuern. Viele Teams spielen in der Gruppenphase schon am Nachmittag, zur Kaffeezeit also. Was könnte da besser passen, als das Bier noch bis zur Siegesfeier danach stehen zu lassen und das Spiel bei einer richtig guten Tasse Kaffee zu genießen. Aber was hat Fußball denn eigentlich mit Kaffee zu tun? Beide schaffen es Menschen verschiedenen Alters und Herkunft an einem Tisch (oder vor einer Leinwand) zusammenzubringen und zu verbinden.
Wir haben uns die Teams mal etwas genauer angeschaut und festgestellt, dass jedes Land seine ganz eigenen Kaffeerituale und Trinkgewohnheiten hat. Im folgenden erfahrt ihr mehr über die Kaffeekultur der verschiedenen Teilnehmer, vor allem natürlich über die Gegner der deutschen Mannschaft. Wer hat wohl die interessantesten Gewohnheiten und wird Kaffee-Weltmeister?

Deutschland

Wir beginnen beim aktuellen Weltmeister und damit bei unserer Nationalelf. Was den Konsum angeht, ist Kaffee das absolute Lieblingsgetränk der Deutschen. 162 Liter Kaffee trinkt der Durchnittsdeutsche im Jahr, also mehr als Wasser (152 L ) und Bier (104 L) . Auch wenn wir viele Kaffeegetränke wie Espresso, Cappuccino und co. von unseren Nachbarländern übernommen haben, ist die beliebteste Zubereitungsart nach wie vor die Filterkaffeemaschine mit einem Anteil von 37%. Obwohl Kaffee nur noch selten in Omas Handfilter zubereitet wird, hat sich die Kultur des Kaffeekränzchens doch über die Zeit bewahrt. Das gesellige Zusammensein ist den Deutschen beim Kaffeegenuss noch immer wichtig und für Viele gehört etwas Süßes oder ein Stück Kuchen zum Nachmittagskaffee einfach dazu.
Seit dem Ende der WM2014 ist mit der Third-Wave auch eine neue Bewegung in die deutsche Kaffeekultur eingezogen. Neue Einflüsse sind helle Röstungen, bewusster Kaffeegenuss und Kaffeegetränke, wie Cold Brew Coffee und Espresso-Tonic.

Schweden

Heute Abend bestreitet die Deutsche Mannschaft ihr vorgezogenes Vorrundenfinale gegen Schweden und entscheidet damit über Weiterkommen oder Ausscheiden in der Vorrunde. Zumindest was den Kaffeekonsum angeht sind die Schweden ein ernstzunehmender Gegner.
Das Land ist der zweitgrößte Kaffeetrinker überhaupt, nur noch übertroffen von den Finnen mit einem pro Kopf Konsum von 12Kg. Seitdem 1685 der erste Kaffee nach Schweden gelangte, wuchs der Konsum rasant. Über 50 Kaffeehäuser zählte Schweden bereits im frühen 18. Jahrhundert und heute werden jährlich über 100000 Tonnen Kaffee importiert. Kein Wunder, dass Kaffeekultur in Schweden nicht nur geliebt, sondern auch gelebt wird.

Kaffeekultur in Schweden

Das Wort „Fika“ lässt sich dabei am besten mit dem deutschen Wort Kaffeekränzchen übersetzen. Es beschreibt das Trinken einer Tasse Kaffee in geselliger Runde. Meint aber auch, sich Zeit für den Genuss und auch für eine weiteren Tasse zu nehmen. Die Fika ist fester Bestandteil des sozialen Lebens in Schweden, ob privat oder bei der Arbeit. Auch das Fikabröd, also das Gebäckstück zur Tasse Kaffee darf dabei natürlich nicht fehlen.
Im Vergleich zu deutschem Kaffee werden Sorten bevorzugt, die weniger Säure hervorbringen und allgemein etwas stärker sind. Dabei sind 2 Mahlgrade typisch für die Kaffeezubereitung in Schweden. „Brygg“ wird ähnlich wie in Deutschland im Handfilter aufgegossen, während „Kok“ ein sehr grober Mahlgrad ist, der direkt in der Kaffeekanne gebrüht wird. Bei dieser Variante gelangt immer auch etwas Kaffeepulver in die Tasse, sodass man nach dem Genuss noch im Kaffeesatz lesen kann. Was darin wohl über den Ausgang des heutigen Spiels steht?

Mexiko

Weiter geht es nach Mexiko, dem ersten Gegner der deutschen Mannschaft im Turnier. Traditionell wird Kaffee in Mexiko eher angebaut, als selbst getrunken. Nur 3,3% des weltweiten Kaffeekonsums entfallen auf Mexiko und Zentralamerika. Kaffee gelangte gegen Ende des 18. Jahrhunderts ins Land und die ersten Plantagen entstanden. Etwa 70% des produzierten Kaffees wächst in einer höhe von 400-900 Metern über dem Meeresspiegel. Da Mexiko lange Zeit von seinen zahlreichen Bodenschätzen profitierte, gewann der Kaffeeanbau nur langsam an Bedeutung. Vorreiter ist das Land allerdings beim Anbau biozertifizierter Kaffees. Schon vor Jahren begannen die Bauern Käferplagen mit Bienen zu bekämpfen und auf chemische Düngemittel oder Pestizide zu verzichten. (Obwohl es keinerlei staatliche Unterstützung dafür gibt)
Auch wenn der Kaffeekonsum in Mexiko im weltweiten Vergleich nur sehr gering ist, haben natürlich auch die Mexikaner ihre ganz eigene Art Kaffee zuzubereiten. Für den „Café de olla“ wird Kaffeepulver zusammen mit Orangenschalen und Gewürzen, wie Zimt, Vanille oder Chili in einem Tontopf aufgekocht. Der fertige Kaffee kann mit einer Zimtstange umgerührt werden und wird kalt oder warm genossen.

Russland

Auch im Gastgeberland der diesjährigen Weltmeisterschaft wird Kaffee ein immer wichtigeres Konsumgut. 5,5% beträgt die jährliche Steigerung des Kaffeeimports in Russland. Auch wenn Tee noch immer das Lieblingsgetränk der Russen ist, wächst der Kaffeemarkt seit dem Ende der Sowjetunion beständig. Damals kamen Kaffeebohnen ausschließlich aus Kolumbien und Kuba. Auch wenn die Auswahl heute viel Größer ist, gehören Sorten aus Südamerika noch immer zu den beliebtesten. Die Mehrheit der Russen kocht den Kaffee zu Hause noch auf traditionelle Art, im türkischen Kaffeekocher. Außer Haus ähnelt die Kaffekultur sehr der österreichischen. Hier nimmt man sich gerne Zeit für seine Tasse Kaffee. Mit den Espressogewohnheiten der italienischen Kaffeekultur haben die Russen dagegen weniger gemein. Statt einen schnellen Espresso an der Theke zu trinken, verbringt man hier gerne ein paar Stunden im Kaffeehaus. Kaffee und Zigarette gehören für viele Russen einfach zusammen und auch nach dem Alkoholkonsum wird ein kleiner Koffeinschub sehr geschätzt.

One thought on “WM2018 – Fussball-& Kaffeekultur

  1. Monika Schmitt sagt:

    Tolle Idee! Sehr interessant.

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