TASTING ROOM VOL. 1

Omniroast – Filter & Espresso

Karamell. Aprikose. Vanille.
Limitiert · Refillfähig · Für alle, die Kaffee erleben wollen

Warum ein Blend – und warum genau so?

„Blends werden im Specialty-Kontext oft unterschätzt. Dabei ist es ein hochkomplexes Handwerk. Es geht nicht ums Verwerten – sondern ums Gestalten. Tasting Room Vol. 1 ist genau das: ein bewusst komponierter Kaffee. Keine Kompromisslösung, sondern ein Vorschlag.“
— Sebastian Schulz, Röster & Gründer

In der klassischen Vorstellung steht der sortenreine Kaffee für Klarheit, Transparenz, Herkunft. Und das hat seine Berechtigung. Aber: Wenn man weiß, was jede Komponente kann, und wie sie sich sensorisch ergänzt, wird Blending zur eigenen Disziplin.
Tasting Room Vol. 1 ist so ein Blend.
Er ist gebaut – nicht gemischt.

Zielsetzung

Wir wollten einen Kaffee entwickeln, der zwischen unseren klassischeren Kaffees (wie Jesús oder Gérman solo) und den fruchtigeren Lots (wie Faysel oder Lot des Monats) steht.
Ein Kaffee, der:

  • mit klassischer Süße und Textur startet
  • dann einen floralen Bogen aufspannt
  • aber immer balanciert und ruhig bleibt
„Das ist kein Blend, der will, dass du 'Wow!' rufst – sondern einer, der will, dass du am dritten Schluck merkst: Da passiert was.“

Blend – fachlich betrachtet.

Jesús (Kolumbien, Washed, 50 %)

Rolle: Körperträger & Süßepol
Sensorik: Karamell, Vanille, Textur
Wirkung: Baut die Grundlinie. Gibt dem Blend sein Fundament – und die cremige Mitte. Klassisch, aber nicht langweilig.

Gérman (Peru, Washed & Honey, 30 %)

Rolle: Strukturgeber & Bindeglied
Sensorik: Nougat, rote Frucht, Würze
Wirkung: Verbindet die Komponenten. Bringt Länge, klare Extraktion und subtile Würze. Schafft einen sauberen Übergang zwischen Basis und Topline.

Faysel (Äthiopien, Washed, 20 %)

Rolle: aromatischer Lift
Sensorik: Aprikose, Jasmin, Schwarztee
Wirkung: Gibt dem Blend Höhe. Nicht als dominante Frucht, sondern als funktionale Spannung. Ohne ihn würde der Kaffee zu flach wirken. Mit ihm wirkt er vollständig – und gleichzeitig leicht.

Blendlogik – warum das funktioniert

Gute Blends funktionieren wie gute Akkorde: Nicht jede Note sticht heraus, aber gemeinsam entsteht Harmonie.
In Tasting Room Vol. 1 haben wir das auf drei Ebenen gebaut:

  • Texturstruktur: weich im Mundgefühl, stabil in der Extraktion
  • Aromadynamik: von süß zu fruchtig zu floral – mit Linearität
  • Brewability: funktioniert zuverlässig in Espresso & Filter

Ein solcher Blend braucht nicht nur gute Bohnen, sondern:

  • Sensorisches Zielbild
  • Abgestimmte Röstprofile
  • Kalibrierte Brühparameter

Deshalb: Specialty Blend ≠ Kompromiss. Sondern System.

So schmeckt’s

Einstieg: süß & warm – Karamell, Nougat
Mitte: weiche Textur, milde Frucht
Abgang: floraler Lift, sauberes Finish

In der Extraktion sehr ausgewogen. Funktioniert bei 1:2,5 im Siebträger genau so gut wie bei 1:16 im V60. Die Säure bleibt mild, die Frucht subtil. Kein Effektkaffee – sondern ein gut gebauter Allrounder mit Tiefe.

Für wen?

  • sonst auf klassischen Kaffee stehen, aber neugierig sind
  • fruchtige Kaffees spannend finden, aber nicht überfordert werden wollen
  • als Baristi oder Homebrewer einen „Daily Cup“ mit Anspruch suchen
  • verstehen wollen, was Blending im Specialty wirklich bedeuten kann

Zubereitungsempfehlung

Filter (V60):
15 g · 240 g · 94 °C · 2:45 min

Aeropress:
15 g · 200 g · mittlerer Mahlgrad · 2:30 min

Espresso:
15,5 g in · 40 g out · 93 °C · 26–28 Sek

Unsere Tasting Room Kaffees