

Nyeri Decaf | Kenia
Kakaonibs | Karamell | Mandarine

Nyeri ist eine Hochlandregion am Mount Kenya, geprägt von vielen kleinen Farmen. In der Regel werden die Kirschen zentral an einer Washing Station verarbeitet, weil sich Fermentation, Waschen und Trocknung dort präziser steuern lassen als auf einzelnen Höfen. Der Kaffee wächst auf 1.800 bis 2.000 Metern. Durch kühle Nächte reifen die Kirschen langsamer, die Bohnen werden dichter. Genau diese Dichte hilft später, wenn Koffein entzogen wird, weil sie Struktur mitbringt, die in der Tasse als Klarheit und Spannung spürbar bleibt.
SL28 und SL34 sind klassische kenianische Varietäten, die oft für definierte Säure und eine klare, geordnete Aromatik stehen. Ruiru 11 und Batian ergänzen das Lot mit zusätzlicher Stabilität aus der Züchtung, was die Basis ruhiger macht. Diese Kombination ist für Decaf sinnvoll: Entkoffeinierung kann nichts verbessern, sie kann nur bewahren. Je stabiler das Rohmaterial, desto wahrscheinlicher bleibt das Profil auch nach dem Prozess nachvollziehbar.
Die Aufbereitung ist washed. Nach der Ernte wird das Fruchtfleisch entfernt, dann fermentieren die Bohnen kontrolliert, um die letzten Schleimstoffe zu lösen. Anschließend werden sie gewaschen und gleichmäßig getrocknet. Der Effekt ist weniger laute Frucht, dafür mehr Ordnung: Süße und Säure wirken klarer getrennt, die Tasse bleibt sauber. Danach folgt die Entkoffeinierung im CO₂ Verfahren. Zuerst wird der Rohkaffee so vorbereitet, dass die Bohne aufnahmefähig wird. Dann kommt CO₂ unter Druck zum Einsatz. Es bindet gezielt das Koffein und löst es aus der Bohne, während viele Aromastoffe, Säuren und Zuckerstrukturen weitgehend erhalten bleiben. Das Verfahren arbeitet ohne chemische Lösungsmittel und in einem geschlossenen Kreislauf, damit der Prozess reproduzierbar bleibt.
Röstverlauf
Turning Point: 00:41 bei 70,3 °C
Yellow: 03:14 bei 150,3 °C
1st Crack: 07:02 bei 201,6 °C
Gesamtdauer: 08:20
Development: 01:18 (15,6 %)
Einordnung
Für einen Omni Roast braucht es genug Entwicklung, damit der Espresso Körper und Süße trägt, ohne dass der Filter schwer wird. Die eher kurze Entwicklungsphase mit 15,6 Prozent hält die Tasse klar und verhindert stumpfe Röstaromen, während die Gesamtzeit genug Stabilität aufbaut, damit der Kaffee nicht trocken oder kantig wirkt. Der frühe Turning Point zeigt, dass am Anfang Energie anliegt, danach wird die Kurve kontrolliert geführt, damit sich Süße setzen kann und die Struktur sauber bleibt. So lässt sich der Kaffee in beiden Welten gut extrahieren: im Espresso tragfähig, im Filter transparent.
Kakaonibs und dunkles Karamell bilden die Basis, dicht und ruhig in der Textur. Mandarine kommt als süß zitrischer Akzent, eher eingebettet als spitz. Im Espresso wirkt er kompakt und lang, im Filter klarer und leichter, mit mehr Frische im Nachhall.

