Wir brühen unsere Filterkaffees auf einem V60-Dripper aus Kunststoff mit CAFEC ABACA Filtern und Wasser nach dem Third Wave Water (Light Roast) Profil.
Verwende 15 g Kaffee, 250 g Wasser bei 92 °C und einen mittel-groben Mahlgrad.



Ein Kaffee aus der Kategorie Experimental, weil hier gezielt mit Co-Fermentation, Hopfen und Hefe gearbeitet wird. Gleichzeitig steht Campo Hermoso für einen Ansatz, bei dem Prozesse nicht versteckt, sondern bewusst gesteuert und transparent gemacht werden.
Dieser Kaffee stammt von der Finca Campo Hermoso in Circasia, Quindío, auf etwa 1.750 Metern Höhe. Die Farm wird von Edwin Noreña geführt, der sie von einer klassischen Familienfarm zu einem der präzisesten Verarbeitungsorte für Specialty Coffee in Kolumbien entwickelt hat.
Edwin ist Q-Grader, Q-Processor und COE-Juror und bringt über 20 Jahre Erfahrung mit. Seine Grundlage hat er bei SENA aufgebaut, einer Ausbildungseinrichtung für Kaffee in Kolumbien, wo er später selbst unterrichtet hat. Dieses Wissen prägt seine Arbeit bis heute. Prozesse werden nicht intuitiv, sondern nachvollziehbar gesteuert.
Campo Hermoso ist mehr als Anbaufläche. Die Farm funktioniert wie ein offenes Labor. Kleine Chargen werden in einzelnen Tanks fermentiert, Temperatur und pH-Wert werden kontrolliert, und jeder Schritt wird bewusst entschieden. Auffällig sind die vielen Fermentationstanks und die Infrastruktur für Mosto, also Kirschen-Saft, der gezielt im Prozess eingesetzt wird.
Ein wichtiger Teil von Edwins Arbeit ist auch der Einkauf von Kaffeekirschen von anderen Produzent:innen. So kann er mit unterschiedlichen Varietäten arbeiten und seine Methoden darauf anwenden. Ziel ist immer, das sensorische Potenzial der Rohware präzise herauszuarbeiten, nicht es zu überdecken.
Was Campo Hermoso ausmacht, ist die Kombination aus technischer Kontrolle und klarer Haltung. Transparenz ist zentral. Prozesse werden offen kommuniziert, und es ist immer nachvollziehbar, ob ein Kaffee klassisch oder mit Co-Fermentation verarbeitet wurde.
Pink Bourbon ist bekannt für ihre klare, saftige Säure und ihre florale Eleganz. Sie bringt eine hohe aromatische Präzision mit und wirkt oft sehr strukturiert und sauber im Abgang.
Für Edwin ist diese Varietät besonders interessant, weil sie auch unter intensiven Bedingungen stabil bleibt. Sie kann sowohl Süße als auch Säure tragen, ohne dass das Profil kippt. Gerade bei Co-Fermentation ist das entscheidend.
In diesem Kaffee sorgt Pink Bourbon dafür, dass die zusätzlichen Aromen aus Hopfen und Hefe nicht dominant wirken. Sie gibt dem Kaffee ein klares Gerüst, sodass jede Note nachvollziehbar bleibt.
Die Aufbereitung kombiniert Co-Fermentation, Mosto-Technik und Black Honey.
Nach dem Entpulpen beginnt die kontrollierte Co-Fermentation. Australischer Hopfen und IPA-Hefe werden gezielt hinzugegeben. Hefe wandelt Zucker in neue aromatische Verbindungen um. In Verbindung mit Hopfen entstehen Noten, die an Zitrus, Kräuter und eine feine Bitterkeit erinnern.
Der Hopfen bringt dabei nicht nur Bitterkeit, sondern auch florale und grüne, fast kräuterige Komponenten. Entscheidend ist die Dosierung und Kontrolle. Ziel ist ein erweitertes Aromabild, nicht ein überlagerter Kaffee.
Ein zentraler Baustein ist der Einsatz von Mosto. Dabei handelt es sich um Saft aus der Kaffeekirsche, der während der Fermentation wieder zugegeben wird. So bleiben die vorhandenen Mikroorganismen aktiv und die Fermentation kann verlängert werden, ohne instabil zu werden. Das führt zu mehr Tiefe und einem klaren, langen Geschmacksverlauf.
Parallel dazu wird die Black Honey Methode eingesetzt. Ein Großteil des Fruchtfleisches bleibt an der Bohne. Dieses enthält Zucker und Pektine, die während der Trocknung in die Bohne einziehen.
Das Ergebnis dieser Kombination ist entscheidend: Die Co-Fermentation bringt Aromatik und Spannung, während die Honey-Aufbereitung Süße, Körper und Balance liefert. So entsteht kein spitzer, sondern ein eingebundener Eindruck.
Die Trocknung erfolgt langsam auf erhöhten Betten unter Schatten. Das stabilisiert die Aromatik und sorgt für Klarheit in der Tasse.
Die Röstung ist darauf ausgelegt, Struktur in die Vielfalt zu bringen. Die Entwicklung wurde so gesteuert, dass die Bitterkeit aus dem Hopfen integriert wird und nicht im Vordergrund steht.
Gleichzeitig bleibt die Säure der Pink Bourbon klar und lebendig. Eine leicht weiter entwickelte Textur sorgt dafür, dass die aromatische Tiefe getragen wird. So entsteht eine Tasse, die viel zeigt, aber ruhig wirkt.
In der Tasse treffen Hopfen, schwarzer Tee, Limette und Orangenschale aufeinander. Florale Noten liegen darüber. Die Textur ist cremig, der Abgang kühl, leicht bitter und lang anhaltend.
Hopfen, schwarzer Tee, Limette und Orangenschale, darüber florale Noten. Cremige Textur, kühler Zug, feine Bitterkeit und ein langer, klarer Nachhall.
Brühguide
Wir brühen unsere Filterkaffees auf einem V60-Dripper aus Kunststoff mit CAFEC ABACA Filtern und Wasser nach dem Third Wave Water (Light Roast) Profil.
Verwende 15 g Kaffee, 250 g Wasser bei 92 °C und einen mittel-groben Mahlgrad.